THW Helfer in den Trümmern des ausgebrannten Hauses.

Brand in der Badergasse

In der Nacht von Mittwoch dem 11. auf Donnerstag den 12. Februar 1959 wurden die Helfer des Ortsverbandes Bingen zu einem Häuserbrand in der Badergasse gerufen. Hier eine Abschrift des Einsatzberichtes vom 12. Februar 1959 im Original-Wortlaut:

Einsatzbericht über den Einsatz des Ortsverbandes Bingen beim Grossfeuer in der Badergasse.-(Altstadt) in der Nacht des 11. auf 12.Februar 1959.

Am 12.II.wurde um 1,46 Feueralarm mittels sämtlicher Sirenen in mehrfacher Aufeinanderfolge gegeben , so dass auch die Helfer des Ortsverbandes Bingen erschienen. Um 2,00 Uhr waren bereits 15 Helfer an der Brandstelle, 2 weitere Helfer kamen im Laufe der Nacht hinzu. Die Helfer des THW wurden dem Kommando der Feuerwehr unterstellt. Die Gesamtleitung hatte Herr Bürgermeister Dr. Gebauer. Der GKW 62 war innerhalb weniger Minuten an der Brandstelle, so dass beim Eintreffen der Helfer sofort alle Geräte zur Verfügung standen.

Da das Stadtviertel durch die Abschaltung der Stromleitungen in völliger Dunkelheit und in einem nebligen Dunste lag, wurde schnellstens der Notstromerzeuger in Betrieb genommen und in der Badergasse 4 Scheinwerfer aufgestellt. Dazu kam noch 1 Scheinwerfer an einem Gerätewagen der Feuerwehr. Das Notstrom-Aggregat wurde etwa 100m von der Brandstelle entfernt aufgestellt und die Zuleitungen zu den Scheinwerfern auf die gepflasterte Strasse gelegt, da ein Hochlegen die Ausgänge der Häuser versperrt hätte.

Anschliessend wurde das THW mit der Bergung von Möbeln und Hausgeräten, sowie Kleidern etc. beauftragt. Alle Möbel etc. wurden an einer bestimmten Stelle unter Aufsicht gelagert und anschliessend mit einem 4 to Lastwagen der Stadt abgefahren und in verschiedenen Räumen, etwas entfernt vom Brandherd gelagert.

Zur Beleuchtung der Brandnester in den Dächern wurden die Scheinwerfer von den Stativen abmontiert und als Handscheinwerfer benutzt. Die dabei gewonnene Erfahrung hat gezeigt, dass bei solchen Grosseinsatzfällen, bei welchen mehrere Löschzüge der Feuerwehren in kurzer Zeit das Wasser auf der Strasse stand. Die Spannung von 22 Volt ist in diesem Falle zu gefährlich und entspricht auch den Unfallvorschriften nicht mehr. Wir mussten daher mit aüsserster Vorsicht vorgehen. Es wäre unbedingt erforderlich einen Zwischentransformator der die 220 Volt-Spannung auf 24 Volt herabsetzt und die Scheinwerfer in Brandfällen mit 24 volt-Glühbirnen auszustatten, was ja in kurzer Zeit möglich ist. Für jeden Scheinwerfer müssten ausserdem wenigstens 1 Reserve-Glühbirne im GKW vorhanden sein.

Wir haben ferner die Erfahrung gemacht, dass die Petromaxlampen zu stossempfindlich sind und die Glühstrümpfe leicht beschädigt werden. Das Auswechseln eines Glühstrumpfes dauert bei der heissen Lampe zu lange ! Hier wäre es viel zweckentsprechender noch 3 bis 4 Accu-Handlampen zur Verfügung zu haben, die mit in die Häuser genommen werden können.

Am Tage, etwa ab 7,30 wurden unsere Helfer zusammen mit Feuerwehrleuten zum Einreissen der Dachbalken und zum Räumen der Dachböden von Brandschutt, sowie zur Beseitigung eines immer wieder aufflammenden Brandnestes in einem Nachbarhaus eingesetzt.

Der Einsatz der THW-Helfer war an der Brandstelle kurz nach 11 Uhr beendigt, so dass unsere Helfer, nach einer kurzen Verpflegungspause etwa um 11,30 entlassen werden konnten.

Tag des freiwilligen Helfers

Eine der ersten Werbeaktionen des Ortsverbandes war die Präsentation am „Tag der freiwilligen Helfer“ im Juni 1959. An der Veranstaltung waren alle damals in Bingen vertretenen Hilfsorganisationen und die freiwillige Feuerwehr beteiligt. Der OV Bingen zeigte den im Jahr zuvor erhaltenen GKW und zugehörige Geräte und Ausstattung. Außerdem wurde eine Lautsprecheranlage aufgebaut.

Letztere gehörte dem THW und wurde in den späten 50er und frühen 60er Jahren häufig bei Veranstaltungen genutzt, beziehungsweise für andere Organisationen betrieben.