Das Abstützsystem Holz

Nach Erdbeben, Explosionen oder Bränden drohen Gebäude oftmals einzustürzen.

Um Einsatzkräfte und Anwohner zu schützen, setzt das Technische Hilfswerk unter anderem das Abstützsystem Holz (ASH) ein. Mit dem ASH können marode Decken und instabile Wände abgestützt und so ein Einsturz des Gebäudes verhindert werden. 

Entwickelt wurde das aus vorgefertigten Komponenten bestehende System in den 1990er Jahren im Ortsverband Hückelhoven. Nach seinem Erfinder Frank Blockhaus wurde es in den ersten Jahren auch als "FRABLO-System" bekannt. Der Ortsverband Bingen ist seit etwa 2000 mit dem System ausgestattet.

Der Umfang des ASH ist beachtlich. Neben Holzbalken in verschiedenen Größen, werden bei einem Einsatz auch Kreissägen und Bohrmaschinen mitgeführt. Damit lässt sich das Holz vor Ort je nach Verwendungszweck leicht bearbeiten. Messgeräte sowie Stützen und Erdnägel sind ebenfalls Bestandteil des Inventars.

Beim Aufbau des ASH unterscheidet das THW zwischen drei Stützmethoden. Die erste ist der sogenannte Stützbock, der in drei Segmenten von 5 bis 15 Metern Höhe reichen kann. Er besteht aus Bohlentreibladen, also Balken, die auf dem Boden liegen. Auf ihnen werden senkrecht stehende Streichbalken befestigt, es entsteht ein rechter Winkel. Um die Konstruktion zu stabilisieren, setzen die Helfer diagonal, zwischen Bohlentreibladen und Streichbalken, so genannte Strebstützen, was dem Ganzen das Aussehen eines Dreiecks verleiht. Über diese wird die Last des Mauerwerks in den Boden abgeführt. Mit den vorgefertigten Elementen lassen sich je nach Anforderung 9 Stützböcke mit 5 Metern Höhe, 6 Stützböcke mit 10 Metern Höhe, oder 3 Stützböcke mit 15 Metern Höhe montieren. So können schnell und zuverlässig Gebäude unterschiedlicher Höhe gesichert werden. Durch die vor-konfigurierten Elemente und die bekannten Belastungsgrenzen, können in Abstützeinsätzen durch den Baufachberater des THW klare Einsatzmöglichkeiten mit diesem System aufgezeigt werden.

Die zweite Methode ist das Sprengwerk. Es wird verwendet, um zwei Wände gegeneinander abzustützen. Mit vorgefertigten Holzbalken lassen sich so individuelle Sprengwerke mit einer Spreizweite von bis zu zehn Metern herstellen.

Außerdem ist es auch möglich mit dem ASH Innenabstützungen durchzuführen. Hierfür werden sogenannte Kreuzholzstapel aus übereinanderliegen ASH Balken gebildet, die die Last des darüber liegenden Stockwerks tragen können.

Der Ortsverband Bingen hält das Abstützsystem Holz auf einem speziellen Anhänger gelagert vor, um so im Einsatzfall schnell Hilfe leisten zu können.

Ein weiterer Vorteil des System ist jener, dass es sich um ein im THW flächendeckend rund 66 mal vorhandenes Abstützsystem handelt. Die Systeme sind untereinander austausch-, sowie kombinier- und erweiterbar, was auch den Bau wesentlich umfangreicherer Abstützungen zulässt. 

ASH Abstützung mit 5 m Höhe
Zu Übungszwecken errichtete ASH-Abstützung mit 15 m Gesamthöhe.
Entladen des ASH-Anhängers mit Hilfe eines THW-eigenen Krans