Vor der Abfahrt am 26. April 1996 auf dem THW-Gelände in Bingen-Kempten (v.l.n.r.) M.Weiler (OV Bingen), ??? (Pfarrer), S.Bungert (OV Bingen), I.Manderfeld und A.Manderfeld (OV Bad Kreuznach), im Fahrzeug Th. Blum vom Verein "Hilfe Direkt".
Auch Hilfstransporte müssen sich in die Warteschlange an der Grenze einreihen. Hier an der Grenze Ungarn - Rumänien am Sonntag dem 28. April 1996.

Hilfsgütertransport nach Rumänien

Am 26. April 1996 startete erneut ein Hilfstransport des THW nach Rumänien. Organisiert wurde der Transport vom Verein "Hilfe Direkt".
Den Transport führten die Ortsverbände Bingen und Bad Kreuznach durch. Aus Bingen nahmen Marcus Weiler und Stefan Bungert, aus Bad Kreuznach I. und A. Manderfeld teil. 
Der Transport führte die THW-Helfer über Österreich und Ungarn nach Rumänien, wo der Konvoi am 1. Mai 1996 sein Ziel, das Kloster Ajud erreichte.

Die Helfer des OV Bingen beginnen mit dem Aufbau der „Binger Abstützung“.
Die hier zum ersten mal in der Öffentlichkeit vorgestellte „Binger Abstützung kurz vor der Fertigstellung.

Katastrophenschutz-Übung und Vorstellung der "Binger Abstützung"

Am 9. Juni 1996 fand in Ingelheim-Frei Weinheim eine Gemeinschaftsübung mit den örtlichen Feuerwehren statt. Neben anderen Hilfsorganisationen beteiligte sich auch der THW OV Bingen. Auf dem Übungsgelände wurden Publikum verschiedene Schadensfälle gezeigt; unter anderem wurde ein Busunglück wirkungsvoll in Szene gesetzt. Anlass war die 100-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Frei Weinheim. 

Im Rahmen der Übung fand erstmals die Präsentation der neu entwickelten "Binger Abstützung" in der Öffentlichkeit statt. Am Rande präsentierte der OV Bingen außerdem den "Technischen Zug" nach dem neuen THW-Konzept 2000, welcher den bisherigen Bergungszug-38 ablöste.

Die "Binger Abstützung" wurde als Einsturz- und Kippsicherung für Häuser und Mauern entwickelt. Sie besteht aus vorgefertigten Elementen aus Bauholz, welche über Stahlwinkel als Gelenk mit einander verschraubt sind. Die Verstrebung der Elemente am Gebäude erfolgt mittels Stahlsprießen. Je nach Bedarf kann die Anzahl der Elemente beliebig erweitert werden.

Diese Abstützung kommt bis heute regelmäßig bei Gebäudeschäden zum Einsatz.

Gliederung des Technischen Zuges und der Fachgruppe Wassergefahren (Stand 1995)

OV Bingen erhält Technischen Zug

Nachdem im Jahr 1995 das Neukonzept des THW beschlossen wurde, wurde der bisher im OV Bingen vorhandene Bergungszug aufgelöst.

An seine Stelle trat der "Technische Zug", bestehend aus dem Zugtrupp und zwei Bergungsgruppen. Als Ergänzung erhielt der OV eine "Fachgruppe Wassergefahren". Der Technische Zug stellt seither die Standard-Einheit des THW dar.

Die Aufgabe des Technischen Zuges mit Fachgruppe Wassergefahren sind keine wesentlich anderen, als jene des Bergungszuges:

Der Technische Zug leistet umfassende technische Hilfe zur Rettung von Menschen und Tieren, sowie zur Erhaltung von Sachwerten bei Gefahrenlagen, einschließlich Wassergefahren. Er führt Erkundungs- Sicherungs- und Bergungsarbeiten durch, usw.

Signifikanter Unterschied war jedoch, dass das THW-Neukonzept nun den modularen Einsatz der Gruppen vorsah. So rückte nun nicht mehr der komplette Zug in den Einsatz aus, sondern je nach Lage konnten auch lediglich eine Bergungsgruppe oder Fachgruppe, oder eine Kombination daraus in den Einsatz gehen. Dies erlaubte dem THW größere Flexibilität bei der Reaktion auf bestimmte Lagen, als dies mit den Bergungszügen möglich war.

Was eine positive Seite hat, hat jedoch auch immer eine negative Seite. Durch die Umstrukturierung des Bergungszuges fiel eine Bergungsgruppe weg. Auch die Ausstattung und ein im Jahr 1994 neu erhaltenes Fahrzeug mussten abgegeben werden.